Dr.med.habil. E.Schön | Facharzt für Laboratoriumsmedizin, Biochemie und Immunologie | Gildenplatz 1-5 | D-47574 Goch | Tel +49(0) 28 23 97 14 0

IGeL-Markt

Der Zweite Gesundheitsmarkt

"Angesichts der zunehmenden finanziellen Restriktionen in der GKV wird ein Wachstum im Gesundheitssektor überhaupt nur noch über ein Wachstum des Zweiten Gesudnheitsmakts zu erreichen sein.

Nur auf diese Weise wird die gleichzeitige Einlösung der beiden wichtigsten Zunkunftsoptionen der Medizin ermöglicht: Die Entfaltung der legitimen Gesundheitsansprüche einerseits und die Realisierung des großen Wachstum- und Beschäftigungspotentials andererseits. " (Zitat entnommen aus: Streit, Letter: Marketing für Arztpraxen. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2005. p187)

Autor dieser Sätze ist Dr. Lothar Krimmel, der "Erfinder" des IGeL-Konzepts (seinerzeit bei der KBV).

  • Der "Gesundheitsmarkt" hat bereits einen Anteil von 10 % am BIP überschritten und ist damit ein dominierender Wirtschaftsfaktor.
  • Mehr als 4 % des BIP werden heute bereits für private Gesundheitsleistungen aufgewendet.
  • Inzwischen setzt sich bei Politikern aller Farben die Erkenntnis durch, daß der Gesundheitsmarkt ein Wachstumsmarkt ist, der Arbeitsplätze schafft ohne die Lohnnebenkosten und den "Standort Deutschland" zu belasten.

Handelt es sich beim Zweiten Gesundheitsmarkt um einen echten Markt ?

... Antwort: Ja. Merkmale sind
  • ein wachsendes Angebot privater Gesundheitsleistungen
  • eine steigende Nachfrage nach diesen Leistungen
  • ausreichende Mittel zur Finanzierung dieser Nachfrage, einschließlich der Bereitschaft zur Finanzierung.

Wie läßt sich der Zweite Gesundheitsmarkt inhaltlich definieren und abgrenzen ?

  • Die Leistungen der GKV-Medizin sollen "WANZ" - wirtschaftlich,  ausreichend, notwendig und zweckmäßig sein.
  • Der Zweite Gesundheitsmarkt umfaßt alles, was darüber hinaus geht, also Leistungen, die sinnvoll, nützlich, wünschenswert oder optimal sind.
  • Viele innovative diagnostische und therapeutische Verfahren, deren Wert längst erwiesen ist und die auch international etabliert sind, sind aus Kostengründen in Deutschland nicht in den Leistungskatalog der GKV aufgenommen worden. Beispiele für den Bereich der Labordiagnostik sind CCP-Antikörper zur Diagnose der Rheumatoiden Arthritis (nur in einigen KVen bisher abrechenbar) oder Tumor-M2PK im Stuhl als Darmkrebsmarker (Stand 10/2005).
  • Die Motivation des Patienten für Nachfrage von Leistungen aus diesem Sektor speist sich aus seinen Erwartungen an Lebensqualität, Wohlbefinden, maximale Sicherheit, Fitness und Schönheit und seinem Bestreben, diese Faktoren durch individuell auf seine Bedürfnisse abgestimmte diagnsotische und therapeutische Leistungen zu optimieren.

Der Patient als "Kunde" im Gesundheitsmarkt ?

  • Die Inanspruchnahme von Leistungen aus dem Zweiten Gesundheitsmarkt liegt stets in der persönlichen und bewußten Entscheidung des Einzelnen, der ein hohes Maß an Eigenverantwortung für seine Gesundheit wahrnimmt.
  • So wie sich der Patient im Einzelfall auch bewußt dafür entscheidet, beim Kauf eines Autos ein höheres Maß an Komfort und Sicherheit zu erwerben, kann es nicht unethisch sein, Gesundheits-Kunden privat zu finanzierende Medizin-Angebote vorzustellen  und sie über die erweiterten Möglichkeiten Individueller Gesundheitsleistungen aufzuklären.
  • Unethisch wäre das Gegenteil, nämlich das Verschweigen derartiger Möglichkeiten der Individualmedizin, insbesondere im Bereich der Gesundheits-Vorsorge, jenseits von "WANZ" des gegenwärtigen  GKV-Katalogs.

Wesentliche Inhalte dieser Seite wurden entlehnt aus:

Streit & Letter: Marketing für Arztpraxen. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2005.

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